Home / Bekleidung / Testbericht Bridgedale Speed Trail CFR und Trail Ultra Light WF: Nie wieder andere Socken
Bridgedale Titelbilg

Testbericht Bridgedale Speed Trail CFR und Trail Ultra Light WF: Nie wieder andere Socken

Datei 06.11.15, 22 27 13Das Thema Socken habe ich bislang sträflich vernachlässigt. Gute Socken sind für den “Tourengenuss” extrem wichtig. Das weiß jeder, der sich einmal tagelang mit Blasen oder Druckstellen an den Füßen über die Berge geschleppt hat. Das Thema Socken ist dabei überraschend komplex und Gegenstand regelrechter Glaubenskriege. Manche schwören auf dicke Socken, andere auf dünne. Manche raten dazu, zwei Socken übereinander anzuziehen. Andere raten dazu, unter die Socken Strumpfhosen-Füßlinge anzuziehen, um die Reibung zu reduzieren. Manche schwören auf Kunstfasern, andere auf Merinowolle. Ich könnte diese Aufzählung weiter fortsetzen…

Datei 06.11.15, 22 33 09Ich habe das Thema bislang wohl auch vernachlässigt, da ich insoweit relativ leidenschaftslos war. Mir waren für meine ersten Touren bei Globetrotter diese frotteeartigen Merinowollsocken der Marke Smartwool empfohlen worden. Im Laden haben sie sich toll angefühlt, nach der hälfte der Tour hatten sie sich jedoch regelrecht aufgelöst und an den Reibungsflächen war kein bisschen Polsterung mehr übrig, was sehr unangenehm war (das ist Jahre her, wohlmöglich sind die Smartwool Modelle inzwischen besser, über Feedback über die Kommentarfunktion würde ich mich freuen!). Daraufhin habe ich bei den nächsten Touren zu Falke TK2 in der Wool-Variante gegriffen. Die Socken sind zuverlässig, sie halten wirklich viele, viele Kilometer. Mit einem Paar bin ich mittlerweile 700 km gelaufen und sie sind immer noch intakt. Die TK2s tuen was sie sollen, grenzenlos begeistert haben sie mich aber nicht, da sie ein relativ feuchtes Fußklima erzeugen. Gerade bei Hochtouren in Gore-Tex Stiefeln entsteht dadurch schnell ein nass-kaltes Gefühl an den Füßen. Und auch im Alltag trage ich die TK2 aufgrund des suboptimalen Fußklimas deutlich weniger gerne als zum Beispiel die sehr angenehmen Falke Walkie Light oder im Sommer die Falke Run.

Beim Laufen habe ich bislang auf die Falke RU4 gesetzt, wobei diese in Punkto Sitz und Tragekomfort OK, aber nicht überragend sind. In Sachen Haltbarkeit lösen sie bei mir definitiv keine Begeisterungsstürme aus, da sie recht schnell durchscheuern.

Mit den Bridgedale Socken habe ich jetzt eine wirklich überzeugende Lösung sowohl zum Bergsteigen/Wandern als auch zum Laufen gefunden.

Bridgedale Trail Ultra Light WF 

Bridgedale1Die Trail Ultra Light WF (WF steht für WoolFusion) habe ich mir für unseren Island-Urlaub zugelegt. Ich habe sie bei Mehrtagestouren mit Zelt in meinen La Sportiva Tango Cube GTX getragen. Für kürzere Tagestouren habe ich sie in meinen Salomon XA Pro 3D Ultra GTX getragen. Ich hatte zwar auch noch zwei Paar Falke TK2 im Gepäck, die ich eigentlich im Wechsel tragen wollte. Der wirklich überragende Komfort der Bridgedales hat jedoch dazu geführt, dass ich die Trail Ultra Light WF durchgängig getragen habe (keine Sorge, ich habe sie zwischendurch durchgespült ;-)). Drei klare Vorteile der Bridgedales waren dafür ausschlaggebend:

  • Erstens, die Socken sitzen wirklich perfekt. Dies liegt an der guten Passform und an dem elastischen Material. Dies reduziert das hin-und-her-rutschen der Socken und vermindert mithin die mechanische Belastung der Füße. Gerade auch im direkten Vergleich zu den Falke TK2 fällt auf, dass die Socken wie eine zweite Haut sitzen. Der bessere Sitz macht sich gerade bei längeren steilen Abstiegen bezahlt, wo man ja bei jedem Schritt minimal im Schuh nach vorne rutscht. Mit den Trail Ultra Light WF rutscht der Fuß nicht in den Socken herum, sondern der Fuß rutscht in der Socke im Schuh herum, was deutlich weniger belastend ist.
  • Zweitens, die Polsterung der Socken ist optimal. Die Socke ist genau an den Stellen gepolstert, wo ich Polsterung benötige, namentlich im Zehenbereich, unter dem Ballen, unter der Hacke und an der Ferse. an anderen Bereichen benötige ich kaum Polsterung, trägt eine Socke hier zu sehr auf, wird es im Stiefel tendenziell eher eng, zumindest wenn der Fuß im Laufe des Tages anschwillt.
  • Drittens, das Fußklima ist sehr angenehm. Dies ist wohl auf die WoolFusion Technologie zurückzuführen, die Wollfasern mit Kunstfaser vereint und so ein strapazierfähiges Gewebe erzeugt, das gut Feuchtigkeit aufnimmt. Im direkten Vergleich zu meinen Falke TK2 ist das Fußklima viel weniger feucht. Bei Gleterschtouren entsteht aus diesem Grund auch nicht so schnell dieses unangenehme nass-kalte Gefühl. Zudem ist es für die Fußhaut natürlich besser, wenn das Fußklima weniger feucht ist, da sie so den mechanischen Belastungen besser standhalten kann.

Ich hätte nicht gedacht, dass es bei Socken tatsächlich so deutliche Unterschiede geben kann, aber die Teile sind wirklich der absolute Hit! Ich würde das nicht so hervorheben, wenn die Bridgedales sich nicht auf der Tour tatsächlich als so viel besser herausgestellt hätten. Die Trail Ultra Light WF kosten knapp 20 EUR, sind bei Amazon jedoch bereits etwas günstiger zu finden.

 Bridgedale Speed Trail CFR

182 RUN Speed Trail 715 Lime shadow-2Nach meinen positiven Erfahrungen auf Island habe ich auch meine Laufsocken durch Bridgedale-Modelle ersetzt. Statt meiner Falke Ru4 trage ich jetzt ausschließlich die Speed Trail CFR (CoolFusion Run). Sie haben sich relativ schnell bei mir durchgesetzt, da ich in den letzten Wochen ab Distanzen von 15 km Probleme mit Druckschmerz im großen Zeh hatte. Dieses Problem tritt durch die Polsterung und wahrscheinlich vor allem auch durch die Nahtführung bei den Bridgedales deutlich weniger auf. Bei den Speed Trails gefällt mir außerdem, dass die Socke aus verschiedenen Strickzonen besteht, was es ermöglicht, dass die Socke im oberen Bereich, wo keine Polsterung benötigt wird, sehr Dünn ist. Ich war diesen Sommer für drei Monate in Berlin. Meine Laufstrecke ging um das Tempelhofer Feld und bei 35° brennender Hitze auf Flugfeld-Asphalt weiß man jedes bisschen zusätzliche Ventilation wirklich zu schätzen… Zudem sitzen die Bridgedales genauso wie meine Wandersocken (s.o.) wie eine zweite Haut am Fuß, was bei längeren Läufen zu einer Reduzierung der mechanischen Belastung der Haut am Fuß führt. Die Speed Trails sind daher ganz unabsichtlich und automatisch zu meinen bevorzugten Laufsocken geworden. Bei den Bergfreunden sind sie für 22,95 EUR zu haben. Bei Amazon sind sie sogar noch ein klein wenig günstiger.

Einen guten Überblick über das insgesamt sehr umfangreiche und ausdifferenzierte Bridgedale Sortiment kann man bei den Bergfreunden gewinnen.

Check Also

Ausrüstungsklassiker im Test: Marmot ROM Softshell Jacket

Wenn es eine Softshelljacke verdient hat, in meiner Artikelserie “Ausrüstungsklassiker im Test” vorgestellt zu werden, …

4 comments

  1. Hallo,
    wäre einen Versuch wert.
    Meine Socken von Woolpower waren doch ziemlich schnell durch. Falke sind wohl robuster, sehen aber wenig elegant aus und wirken ein wenig klobig und pummelig. Peeling ist wohl immer ein Thema bei allen Herrstellern.

    Schöner Bericht!

    • Danke, Peter! Ich bin mit meinen Bridgedale nach wie vor sehr zufrieden. Der recht hohe Anschaffungspreis lohnt sich auf jeden Fall. Die Socken sind einfach extrem haltbar.

  2. Moin Jan,
    mit den Socken kenne ich mich zwar nicht so gut aus, aber durchnässte und kalte Füße sind mir auch sehr unangenehm. Da gehe ich mit Funktionssocken immer auf nummer sicher und oft bleiben die Füße auch warm.

Leave a Reply