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Mountain Equipment Glacier 1000 - 1

Testbericht Mountain Equipment Glacier 1000: Mein Schlafsack für das Wintertrekking in Nepal

Loft stellt sich schnell her
Ein wirklich geräumiger Schlafsack

Eine weitere “Ausrüstungsbaustelle”, die sich im Vorfeld meiner Trekkingtour in Nepal auftat, war das Thema Schlafsack. Der Winter im Himalaya stellt an die Ausrüstung enorme Anforderungen. Ich musste im Februar nachts mit Außentemperaturen von bis zu -25°C rechnen. Da die Lodges, in denen man übernachtet, weder mit einer Heizung noch mit einer besonders guten Isolierung aufwarten, habe ich mich  auf Innentemperaturen von bis zu -10°C eingestellt. Nach meinen positiven Erfahrungen mit Mountain Equipment Schlafsäcken bei unserer Island Tour im Sommer habe ich mir den Glacier 1000 von Mountain Equipment zugelegt. Der Glacier 1000 ist schon ein relativ schweres Geschütz, aber Nachts zu frieren ist auch keine Lösung. Ob der Glacier 1000 ausreichend warm war, erfahrt ihr im nachfolgenden Testbericht.

Facts

  • Füllmaterial: Gänsedaunen, 725 cuin Bauschkraft;
  • Mischverhältnis Daune/Federn: 90/10;
  • Füllgewicht: 1000 g;
  • Gesamtgewicht: 1635 g (Regular);
  • Trapezkammern;
  • Wärmekragen;
  • Außenmaterial: DriLite – FP II;
  • Innenmaterial: Supersoft 20;
  • Temperaturbereich:
    • Temperatur Komfort: -8°C;
    • Temperatur Limit: – 16°C
    • Temperatur Extrem: – 36°C;
  • Wasserdichter Packsack.

Schnitt und Ausstattung

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Kapuze und Wärmekragen

Der Glacier 1000 verfügt über eine ausgefeilte Daunenkammerarchitektur, die eine bestmögliche Verteilung der Daune und einen uneingeschränkten Loft gewährleisten soll. In diesem Zusammenhang fallen insbesondere die längs verlaufenden Kammern im Oberkörperbereich auf. Sie sollen ein seitliches Verrutschen der Daunen und hierdurch verursachte Kältebrücken im Oberkörperbereich verhindern. Zudem ist das Fußteil so geformt, dass die Daunen in den Kammern oberhalb des Fußes bei aufgerichteten Füßen nicht komprimiert werden.

Der Schlafsack verfügt über eine gut geschnittene Kapuze. Über das Zuziehen des Kordelzuges lässt sich der Wärmeverlust über den Kopf sehr gut einschränken. Noch besser schützt man sich vor der Kälte, wenn man zusätzlich den Wärmekragen um den Hals per Druckknopf verschließt und ihn dann ebenfalls per Kordelzug zuzieht. Dies verhindert, dass warme Luft aus dem Körperbereich entweicht. Diese Funktion ist bei kalten Temperaturen wirklich wichtig und macht im Extremfall ein paar zusätzliche Grad Wärmeleistung aus. Negativ ist mir allerdings aufgefallen, dass sich der Druckknopf Nachts häufig von alleine öffnet. Er scheint nicht fest genug zu schließen.

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Der Loft stellt sich schnell her

Der Glacier 1000 hat einen durchgängigen Reisverschluss, der bis zu den Füßen reicht. Dies war für mich ein wichtiges Auswahlkriterium, da der Schlafsack auf der Trekkingtour ein relativ breites Temperaturspektrum abdecken musste. In den ersten Nächten in niedrigeren Lagen herrschten noch Plusgrade. Da war es extrem angenehm, die Füße aus dem Schlafsack strecken zu können oder zumindest etwas kalte Luft hineinzulassen. Dies ist nicht nur für den Schlafkomfort gut, sondern auch wichtig, um zu verhindern, dass man zu viel schwitzt. Viel Feuchtigkeit tut der Daune langfristig nicht gut und kann auf einer längeren Tour ohne Möglichkeit, den Schlafsack zu lüften, zu einer Beeinträchtigung der Isolationsleistung führen. Um einem böses Erwachen in den eiskalten Nächten auf 5000m vorzubeugen, habe ich gerade in den ersten Nächten häufig gebrauch von der Möglichkeit gemacht, den Schlafsack am Fußende zu öffnen.

Der Reisverschluss ist leider auch die einzige erwähnenswerte Schwachstelle des Schlafsacks. Er verhakt sich relativ häufig. Gerade wenn man sich bei deutlichen Minusgraden schnell in den Schlafsack zurückziehen möchte, ist dies störend.

Der Schnitt des Schlafsacks ist wirklich sehr großzügig! Kein Vergleich zu den deutlich engeren Schlafsäcken zu Western Mountaineering, in denen ich fast schon Klaustrophopie kriegt. Im Glacier 1000 kann man sich gemütlich herumwälzen und ausstrecken. Dies trägt spürbar dazu bei, dass man in dem Schlafsack gut schläft, da man Nachts nicht damit beschäftigt ist, den Schlafsack zu sortieren.

Gut gefallen hat mir das sehr wasserabweisende Außenmaterial. Es verhindert, dass die Daune zu schnell Feuchtigkeit zieht. In den Lodges war dies nicht so wichtig, bei Nächten im Zelt kommt es darauf aber wirklich an. Der mitgelieferte Packsack verfügt über getapte Nähte, müsste also an sich wasserdicht sein.

Wärmeleistung

Die Wärmeleistung des Glacier 1000 entspricht dem, was Mountain Equipment angibt. Die höchsten Nächte der Tour in Nepal habe ich auf 5.100 m verbracht. Ich schätze, dass die Innentemperatur in diesem Nächten in den Bereich zwischen -5°C und -10°C abgefallen ist. Der Schlafsack hat mich dabei zuverlässig warm gehalten, obwohl es bei stürmischen Bedingungen draußen in den Zimmern der Lodges extrem gezogen hat.

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Kampf gegen Feuchtigkeit: lüften muss sein

Es ist ein extrem gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man einen Schlafsack dabei hat, in dem man auf keinen Fall friert. Man kann sich dann Nachts wirklich gut erholen und muss das ins Bett gehen auch nicht hinauszögern, sondern kann sich drauf freuen. Ich fand das auf der Tour extrem wichtig, da auch im Gastraum in den Lodges nur extrem zurückhaltend geheizt wurde, so dass man einen Großteil des Tages damit beschäftigt ist, zu frösteln. Zu wissen, dass einem wenigstens Nachts nicht kalt sein wird, ist extrem beruhigend. Ich kann daher wirklich nur empfehlen, mit einem guten Schlafsack wie dem Glacier 1000 auf ein Trekking in Nepal zu gehen.

Viele Käufer sind wegen der verschiedenen Temperaturangaben (Komfort/Limit/Extrem) bei Schlafsäcken irritiert. Bei dem Glacier 1000 sollte man sich auch als Mann an der Komforttemperatur orientieren. Zwar sagt man häufig, dass die Limit-Temperatur die Komfort-Temperatur für Männer ist. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Schlafsack für mich bis -16°C ausreichend gewesen wäre. Zumindest hätte ich mich dann im Schlafsack sehr dick anziehen müssen. Auch darf man nicht vergessen, dass der Körper nach einem langen Tourentag ausgezehrt ist und man daher schneller friert.

Positiv fällt auf, dass sich der Loft des Schlafsacks nach dem Auspacken schnell herstellt. Man muss den Schlafsack nur kurz aufschütteln.

Das sagen die anderen

Bei den Bergfreunden findet sich eine 4-Sterne-Bewertung für die Glacier 1000. Gelobt werden die Wärmeleistung und der Schlafkomfort. Kritikpunkte sind vor allem der Reisverschluss und der auftretende Daunenverlust. Ich dabei allerdings keinen außergewöhnlich starken Daunenverlust festgestellt.

Bei Globetrotter kommt der Schlafsack bei 4 Bewertungen auf 4,25 Sterne. Die Kunden loben die Verarbeitungsqualität und die Wärmeleistung. Bemängelt werden der Wärmekragen (insbes. der Druckknopf) und der Reisverschluss.

Bei livefortheoutdoors hat der Glacier 1000 5 von 5 Sternen bekommen. Zudem wird er als bester Schlafsack im Testfeld bezeichnet.

Ein sehr ausführliches Review findet sich auf wildsnow.com. Der Tester lobt das geringe Gewicht im Vergleich zu ähnlich warmen Kunstfaserschlafsäcken. Auch er kritisiert allerdings den Wärmekragen. Zu berücksichtigen ist, dass sich der Testbericht auf eine ältere Version des Schlafsacks bezieht, die mit 675er Daunen gefüllt war.

Fazit

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Ein warmer Rückzugsort für die Nacht

Der Glacier 1000 ist ein wirklich guter Daunenschlafsack, der die Wärmeleistung bringt, die auf dem Papier versprochen wird. Die Verarbeitungsqualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind hervorragend. Kleinere Abzüge gibt es für den Wärmekragen und den hakeligen Reisverschluss. Der Glacier 1000 ist für ein Wintertrekking in Nepal eine hervorragende Wahl. Bei den Bergfreunden ist der Schlafsack ab 539,95 EUR zu finden. Bei Globetrotter gibt es ihn bereits ab 509,95 EUR.

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2 comments

  1. Hallo Jan,

    danke für deine ausführliche Rezension. Ich will mir eine warme Schlaftüte kaufen, und habe mir ME Glacier 1000 SL bestellt. Weil ich nachher günstiger die ME Glacier 1000 entdeckt habe, habe mir diese Variante bestellt. Jetzt liegen beide in meinem Zimmer, aber ich bin nicht sicher, welche ich behalten muss. SL kostet 399 Euro, die andere 356 Euro. Ich habe beide im Zimmer ausprobiert, und habe bei ME Glacier gesehen, dass die Füllung am Rücken in der Mitte rechts und links verrutscht, und bleibt ein -etwa handflächengroße- Teil ohne Füllung. Im Bett lege ich gerne an meiner Seite, deswegen habe ich mir den Gedanke gemacht, dass es draußen im Minusbereich doch nicht so gut wird. Dieses Phänomen ist bei der SL Variante nicht zu sehen. Die Daune verrutscht bei dieser Variante auch, aber bleibt immer etwas in der Mitte übrig. Nach meiner Meinung die SL Variante ist generell besser gefüllt, auch im Fußbereich. Vermutlich die doppelte Abdeckleiste und etwas breitere Schnitt im Fußbereich verursacht, dass die Verteilung der Daune bei der Glacier 1000 etwas „ungünstig“ ist.
    Die Pluspunkte bei Glacier 1000 sind: Abdeckleiste (doppelt) und die horizontale Kammern im Brustbereich, und die stärkere Kammerwände. Die SL Variante bietet aber bessere Daunenverteilung und Bausch (nach meinem Gefühl SL fällt etwas „dicker“ auf) und ist etwas leichter.
    Mit Daunenschlafsack habe ich keinerlei Erfahrung. Ich hatte bisher Kunstfaser Tüten. Die Abdeckleiste/Reißverschluss hat mir nicht so viele „Kopfschmerzen“ gemacht, aber hatte schon mehrmals kalte Füße und damit Probleme… Ich habe gute Isomatten, aber das macht nicht so viel aus, wenn ich auf meiner Seite liege…
    Du hast vielleicht damals auch beide Variante angeschaut… Kannst du kurz evtl. deine Meinung äußern? Hattest du Probleme mit der Füllung am Rücken? Danke deine Antwort im Voraus und wünsche dir viele Abendteuer draußen! 

    Viele Grüße
    Gabor

    • Lieber Gabor, ich kann leider nichts zum SL sagen, da ich nur die normale Variante habe. Hast Du beide Schlafsäcke gut aufgeschüttelt? Handtellergroße Bereich ohne Füllung kann ich mir bei der doch sehr üppigen Füllung kaum vorstellen, wenn der Schlafsack nicht gerade aus dem Kompressionsbeutel kommt… Ich persönlich hätte mich an Deiner Stelle wahrscheinlich für den leichteren SL entschieden, sofern er mir geräumig genug gewesen wäre. Beste Grüße Jan

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