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Tourenbericht Venter Runde: Traumhafte Hochtourenwoche im Ötztal

Das alpinistische Highlight meines diesjährigen Sommers war eine Hochtourenwoche im Ötztal, die ich im Angebot von Alpine Welten gefunden habe. Nachdem ich im letzten Sommer einen Hochtourenkurs über den DAV gemacht hatte, war die Venter Runde für mich der erste größere Schritt hinein in die Welt des Bergsteigens. Die Woche hat mir nicht nur extrem viel Freude gebracht, sondern gab mir auch die Möglichkeit, viel von unserem Bergführer zu lernen und mich technisch weiterzuentwickeln. Es hat sich gezeigt, dass Hochtouren für mich absolutes Suchtpotential haben.

Vom Bergwandern zum Bergsteigen

Venter Runde 1Ich bin nun seit einigen Jahren regelmäßig in den Bergen unterwegs. Ein Grund, aus dem mich die Berge heute noch genauso fesseln wie bei meiner ersten Tour, ist, dass sich das Schwierigkeitsniveau stufenlos steigern lässt. Für mich waren zwar auch meine ersten Touren aufregend. Aus heutiger Perspektive würde ich sie jedoch als relativ einfache Bergwanderungen einstufen. Mit der Zeit habe ich immer anspruchsvollere Touren gemacht und erkannt, dass mir eine Unternehmung umso mehr Spaß macht, je schwieriger das Gelände ist, in dem ich mich bewegen muss. Für mich war daher klar, dass sich meine Aktivitäten in Richtung Bergsteigen entwickeln müssen. Das bedeutete aber auch, dass ich den Bereich verlassen musste, den ich mir eigenständig erschließen konnte.

Venter Runde 2Nachdem ich mit einigen Klettersteigen und ein paar schwierigeren, aber noch gletscherfreien Gipfeln erste Schritte in Richtung Alpinismus gemacht habe, ging das Kapitel „Bergsteigen“ bei mir im letzten Jahr mit einem Hochtourenkurs los. Den Kurs habe ich über den DAV zusammen mit einigen Freunden gemacht. In diesem Jahr wollte ich unbedingt an die gemachten Erfahrungen anknüpfen und das Gelernt im Rahmen von Hochtouren praktisch anwenden. Leider kam ich mit meinen hochtourentauglichen Freunden terminlich nicht auf einen Nenner, so dass ich mich entschied, über Alpine Welten die Venter Runde zu buchen. Mit den Bergführern von Alpine Welten hatte ich im Rahmen eines Klettersteigkurses bereits positive Erfahrungen gemacht. Das Ausbildungsangebot vom DAV ist zwar etwas günstiger, ich war jedoch mit dem Ausbildungsleiter meines DAV-Hochtourenkurses dermaßen unzufrieden, dass ich die Tour dieses mal lieber wieder mit einem professionellen Bergführer machen wollte, bei dem ich sicher sein kann, dass er engagiert und motiviert bei der Sache ist. Rückblickend hat sich diese Entscheidung voll und ganz ausgezahlt. Touren mit Bergführer sind eine sehr gute Möglichkeit, um Touren zu machen, die außerhalb des Spektrums liegen, das man selbständig durchführen kann und geben einem die Möglichkeit, seine Fähigkeit weiterzuentwickeln. Für mein Projekt „Bergsteigen“ also genau das Richtige.

Die Venter Runde

Venter Runde 3Die Venter Runde im Ötztal ist eigentlich als Skitourenrunde bekannt, eignet sich aber auch für den Sommer hervorragend. Sie garantiert eine abwechslungsreiche Hochtourenwoche. Die sechstägige Tour beinhaltet die Besteigung des Similiauns (3606 m), der Finailspitze (3516m), des Weißkugel (3739m), des Fluchtkogel (3500 m) und als krönenden Abschluss die Besteigung der Wildpsitze (3772m), dem höchsten Berg Tirols und zweithöchsten Berg Österreichs. Die Tour würde ich nicht unbedingt für ganz blutige Anfänger empfehlen. Vielmehr ist es sinnvoll, im Rahmen eines Gletscherkurses etwas Erfahrung in der Fortbewegung auf steilen Gletschern zu sammeln. Nach einem Hochtourenkurs lässt sich die Tour nach meiner Einschätzung jedoch ohne größere Schwierigkeiten absolvieren. Das liegt auch daran, dass der erste Gipfel, der Similiaun, ein guter Eingehberg ist. Bei seiner Besteigung kann man sich ohne Überforderung wieder an die Steilheit und das Gehen mit Steigeisen gewöhnen.

Unsere Tourenwoche

Venter Runde 4Im August machte ich mich also für die Hochtourenwoche auf nach Österreich. Weil für mich die Anreise aus Hamburg immer recht zeitraubend ist, schaltete ich noch eine viertägige Tour in den Tuxer-Alpen vor. Anschließend machte ich mich nach Vent auf, dem Ausgangspunkt für die Woche mit Alpine Welten. Am vereinbarten Treffpunkt, einem Gasthof, traf ich zunächst unseren Bergführer Matthias sowie die anderen beiden Tourenteilnehmer. Nach der Ausgabe der von Alpine Welten gestellten Hochtourenausrüstung machten wir uns auf den Weg zur Martin Busch Hütte, unserer ersten Nächtigungsstätte. Der einfache und kurze Aufstieg gab uns die Möglichkeit, sich ein bisschen kennenzulernen.

Venter Runde 4Das Gipfelziel des nächsten Tages war der Similiaun; vom Gipfel sollte es dann auf die Similiaunhütte gehen. Laut Tourenbeschreibung war dabei eine Besteigung über den Marzellkamm vorgesehen. Aufgrund einer dort bestehenden Bergsturzgefahr und des sehr schlechten Wetters entschieden wir uns jedoch dafür, zunächst zur Similiaunhütte zu gehen. Von dort nahmen wir den Gipfel mit leichtem Gepäck über den Normalweg in Angriff. Die Besteigung des Similiauns war größtenteils unschwer. Lediglich kurz vor dem Gipfel wird es etwas steiler. Zudem war ein kurzes Stück Gekraxel auf zum Teil überfrorenem Fels mit Steigeisen notwendig. Etwas mulmig ist einem ja schon zumute, wenn man seine Steigeisen auf steilem und mit blankem Wassereis überfrorenen Fels setzt. Hier zahlt es sich aus, wenn man schon etwas Erfahrung mit Steigeisen gesammelt hat und halbwegs einschätzen kann, wie viel Halt sie geben. Auf dem Gipfel hatten wird aufgrund des schlechten Wetters leider null Sicht, so dass wir recht schnell wieder abstiegen und den Rest des Nachmittags auf der Hütte verbrachten.

Venter Runde 5Insgesamt deutete der erste richtige Tourentag leider schon an, was unsere ganze Woche prägen sollte: Richtig schlechtes Wetter. Wir hatten fast durchgängig Regen, teils auch Sturm und Schnee. Dies zwang und mitunter auch dazu, unsere Tourenpläne zu ändern. Manchmal hat man in den Bergen halt einfach Pech. Zu sehr sollte man sich von schlechtem Wetter aber nicht unterkriegen lassen. Man konzentriert sich einfach ein bisschen mehr, muss zusehen, die eigene Moral hochzuhalten und dann bringt eine Tour auch bei Regen Spaß. Im Zweifel ist Galgenhumor eine ganz gute Methode, um die Stimmung zu heben…

Venter Runde 6Am nächsten Tag sollte uns der Weg auf die Finailspitze führen. Die Wettervorhersage hatte aber schon am Vorabend meine Hoffnung auf den Gipfel fast vollständig vernichtet. Als es dann am Morgen nicht nur stark regnete, sondern zudem noch stürmte, war klar, dass der Gipfel auf keinen Fall machbar sein würde. Wir machten uns nach einem etwas längeren Frühstück also direkt auf zur Bella Vista Hütte. Aufgrund der widrigen Bedingungen war der Tag aber auch so fordernd genug. Zunächst kraxelten wir über einen felsigen Grat in Richtung der Fundstelle des „Ötzi“. Bei Sturm war dies recht kräftezehrend, da bei jedem balancierenden Schritt von Block zu Block die Sturmböen mit einberechnet werden mussten. Bei solchen Bedingungen lernt man eine gute Kapuze und den hoch schließenden Kragen der Hardshell wirklich zu schätzen. Anschließend ging es im Wechsel über Schneefelder und über Felspassagen. Der Pickel erwies sich hierbei als hilfreiches Werkzeug. An der Fundstelle des Ötzi trafen wir dann einige Wanderer, die im dichten Nebel die Orientierung verloren hatten, und recht aufgelöst nach dem Weg fragten. Da wurde mir erstmals bewusst, wie angenehm es bei solchen Bedingungen ist, einen Bergführer dabei zu haben, auf den man sich verlassen kann. Kurz nach der Ötzi-Fundstelle führte uns der Weg auf den Gletscher und wir seilten uns an. Einige Zeit später begannen wir Rufe unterhalb von uns im Nebel zu vernehmen. Etwa 20 Minuten später konnten wir die Quelle ausmachen: Fünf Bergsteiger, die uns schon bei der Besteigung des Similiauns begegnet waren, hatten auf dem Gletscher die Orientierung verloren und suchten nach der Spur. Sie waren spürbar erleichtert, als sie uns entdeckten und folgten uns fortan auf Schritt und Tritt. Ihnen war nicht verborgen geblieben, dass wir einen fähigen Bergführer dabei hatten, der trotz der schlechten Sicht die volle Orientierung hatte. Alles in allem hatten die fünf Bergsteiger ziemliches Glück, dass Ihnen nichts passiert ist. Obwohl sie ein Seil dabei hatten, haben sie sich auf ihrem orientierungslosen Irrweg über den Gletscher nicht angeseilt. Vollkommen unverständlich.

Venter Runde 7Auch für uns hatte der Tag jedoch noch ungeahnte Herausforderungen in petto. Bei immer stärkerem Regen wurde für uns die geplante Route leider unpassierbar. Einige felsige Kletterpassagen sind wir zwar noch gut runtergekommen. An einem Klettersteig war dann aber Schluss. Aufgrund des starken Regens lösten sich viele Steine aus der brüchigen Wand und es kam zu heftigem Steinschlag. Da eine Umgehung des Kletterteigs über den aperen und sehr steilen Gletscher die Gruppe wohl überfordert hätte und es dann auch noch zu Donnern anfing, mussten wir unser Tagesziel von der Bellavista Hütte auf das Hochjoch-Hospiz umstellen. Aufgrund des Wetters sind wir dann relativ abgekämpft auf dem Hochjoch-Hospiz angekommen. Der Trockenraum war leider dermaßen überfüllt, dass er seinem Namen leider nicht gerecht wurde. Stattdessen tauften wir ihn Feuchtigkeits-Verteilungsraum. Die Fünfergruppe, die wir orientierungslos auf dem Gletscher „aufgegabelt“ hatten, tat es uns im übrigen gleich und folgte uns auf Schritt und Tritt zum Hochjoch-Hospiz…

Venter Runde 8Mit noch nassen Sachen machten wir uns am nächsten Tag bei wiederum schlechtem Wetter auf den Weg zur Vernagthütte. Nach einigen Höhenmetern profitierten wir aber von den über Nacht deutlich gefallenen Temperaturen und der Regen wurde zu Schnee. Auf dem ausgesetzten Weg wurde die immer dicker werdende Schneeauflage mit der Zeit etwas anstrengend, da der Fels ziemlich rutschig wurde. Konzentriert absolvierten wir den Weg, wobei unser Bergführer Matthias an schwierigen Stellen Hilfestellung anbot. Der Heftige Regen des vergangenen Tages hatte auch diesem Weg seinen Tribut in Form von Muren abverlangt, die es zu überqueren galt. Nach einiger Zeit erreichten wir den Kesselwandferner, seilten uns an und machten uns weiter auf den Weg Richtung Fluchtkogel und Vernagthütte. Zunächst stand erstmal ein weiterer Aufstieg in Richtung des Oberen Guslarjochs an. Von dem Joch aus wollten wir dann den Fluchtkogel besteigen. Leider machte auf dem Weg zu dem Joch ein Mitglied unserer Gruppe, Felix, schlapp und konnte aufgrund der Anstrengung nicht mehr weiter. Wir gingen langsam, machten häufig Pausen und versuchten so, noch so gut es geht weiterzukommen. Als auch diese Maßnahmen nicht mehr weiterhalfen und Felix immer weiter abbaute (und regelrecht auf dem Gletscher zusammenbrach), disponierte unser Bergführer um. Er nahm den Rucksack unseres konditionell überlasteten und wahrscheinlich auch gesundheitlich angeschlagenen Gruppenmitglieds einfach auf die Schulter und wir schwenkten unser Ziel auf das dichter gelegene Brandenburger Haus um. Dort setzten wir Felix ab und machten uns dann schnell weiter auf Richtung Fluchtkogel. Recht zügig und sogar bei Sonne (!) gewannen wir Höhenmeter, ehe wir dann den Gipfel (nun natürlich wieder bei schlechtem Wetter und null Sicht) erreichten. Der Aufstieg war an sich nicht schwer, lediglich die letzten 100 bis 200 Höhenmeter ging es eine einigermaßen steile Firnflanke hinauf. Da sich das Wetter schnell weiter verschlechterte, verweilten wir nur kurz am Gipfel und stiegen dann zügig ab. Bei maximal 5m Sichtweite im White Out folgten wir unserer Spur zurück zum Brandenburger Haus, welches wunderschön inmitten des Gletschermeeres gelegen ist. Dort angekommen genossen wir den durch einen Holzofen warm geheizten Gastraum und aßen und tranken reichlich.

Venter Runde 9Nach einer wirklich eiskalten Nacht auf über 3200 m brachen wir am nächsten Morgen in Richtung Vernaghütte auf. Zügig stiegen wird zum Oberen Guslarjoch auf. Beim Abstieg auf hart gefrorenem Schnee gab mir Matthias wertvolle Tipps zur Gehtechnik (ohne Steigeisen), da ich mich hier anfangs noch etwas schwer tat. Die Hinweise waren extrem hilfreich und ich fühlte mich sofort sicherer. In der Auslaufzone des Gletschers nutzten wir das einigermaßen erträgliche Wetter und wiederholten die Abläufe der Spaltenbergung. Da das Procedere ja doch relativ viele Arbeitsschritte umfasst, kann man dieses meines Erachtens nicht oft genug wiederholen. Anschließend ging es weiter zur Vernagthütte wo wir den Nachmittag zur Regeneration nutzten. Es galt die Kräfte für dieBesteigung der Wildspitze zu sammeln.

Venter Runde 10Am Nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 4:00 Uhr. Die Rucksäcke hatten wir am Vorabend gepackt, so dass wir uns nur schnell anziehen mussten und dann zum Bergsteiger-Frühstück in den Gastraum gingen. Dort herrschte schon geschäftiges Treiben und es zeigte sich, dass neben uns noch drei andere Gruppen trotz der eher schlechten Wettervorhersage die Wildspitze versuchen würden. Beim Frühstück zwang ich mich, extra viel zu Essen, um Energiereserven für den langen Tag zu haben. Anschließend ging es mit Stirnlampen los. Beim Aufstieg über die Moräne und das Auslaufgebiet des Gletschers zeigte sich, dass das Queren von Bächen zu diesen frühen Morgenstunden noch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung ist. Alle Steine waren oberhalb der Wasserlinie aufgrund der niedrigen Temperaturen mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Hier war es sinnvoller, in das Wasser zu treten, als zu versuchen, über die spiegelglatten Steine zu balancieren. Am Gletscher seilten wir uns an und begannen bei niedrigen Temperaturen und schneidendem Wind den langen Aufstieg. Kurz vor dem Erreichen unseres ersten Zwischenziels, einem Joch, wurde es richtig steil und man konnte den Pickel sehr gut einsetzen. An dieser Stelle wurde deutlich, dass ich in den vergangenen Tagen bereits viel Erfahrung in der Fortbewegung auf Venter Runde 11Gletschern gesammelt hatte. Ich fühlte mich im steilen Gelände absolut wohl. Dies lag natürlich auch zu einem großen Teil an unserem Bergführer, der uns absolut souverän führte sowie Ruhe und Sicherheit ausstrahlte. Nach dem Erreichen des Jochs ging es relativ flach weiter und bei schlechter Sicht galt es nun vor allem, Strecke zu machen. Nach einiger Zeit begannen wir, andere Seilschaften zu sehen, die den Normalweg von der Breslauer Hütte gingen. Je näher wir dem Gipfel kamen, umso steiler wurde es. Auch merkte ich, dass die Luft etwas dünner wurde. Die Atemfrequenz erhöhte sich spürbar. Vor dem finalen Gipfelanstieg mit einigen ausgesetzten Kletterstellen legten wir unsere Rucksäcke ab und absolvierten zügig die letzten Höhenmeter. Leider gab es vom Gipfel aufgrund des schlechten Wetters wieder einmal Null Sicht. Am Glücksgefühl des Gipfelerfolgs änderte dies natürlich nichts. Zudem habe ich in meinem Leben auch schon genügend Gipfelpanoramen gesehen. Zumindest sagte ich mir das in diesem Moment… Für den Abstieg zur Breslauer Hütte konzentrierte ich mich noch einmal voll, da Matthias in der Tourenbesprechung den im Abstieg zur Breslauer Hütte zu absolvierenden Klettersteig als eine der Schlüsselstellen der Tour bezeichnet hatte. Da er uns hier jedoch gut sicherte, war der Klettersteig vollkommen unproblematisch. Da recht viel Schnee im Steig lag, sind wir ihn mit Steigeisen geklettert, was für mich eine neue Erfahrung und ein hervorragendes Training war. Ich habe nun endlich ein Gefühl dafür, wie viel Grip man mit den Eisen auf glatten Felsplatten hat… Nach dem Klettersteig riss tatsächlich für kurze Zeit die Wolkendecke aus und wir ließen die Tour genüsslich zur Breslauer Hütte auslaufen. Dort feierten wir den erfolgreichen Tourenabschluss mit Radler und Schnitzel. Anschließend ging es per Sessellift zurück nach Vent, wo wir uns verabschiedeten. Etwas wehmütig aber auch erschöpft und glücklich bezog ich ein Zimmer in Vent in einem Hotel mit Sauna…

Unterwegs mit einem Bergführer

Venter Runde 12Ich bin normalerweise alleine oder mit Freunden in den Bergen unterwegs. Auch wenn das sicherlich für mich der Normalfall des Bergurlaubs bleiben wird, werde ich in Zukunft regelmäßig geführte Touren machen. Für mich als norddeutschen ohne bergaffines Umfeld stellen geführte Touren eine optimale Möglichkeit dar, mein Fähigkeitsspektrum auszubauen. Wenn ich alleine unterwegs bin, muss ich selbst alle Risiken abschätzen und Entscheidungen treffen. Mit einem Bergführer ist dies deutlich entspannter, da man sich auf dessen professionelle Einschätzung verlassen kann. Diese Sicherheit ermöglicht es mir, Touren auszuprobieren, die ich mir alleine oder zusammen mit Freunden nicht zutrauen würde. Zudem hat sich gezeigt, dass ich von einem Bergführer viel lernen kann. Zum einen durch direkte Tipps, Verbesserungsvorschläge und Übungen, zum anderen aber auch einfach dadurch, dass ich mir Sachen abschaue und sei es auch nur im Hinblick auf die Art und Weise der Trittsetzung. Ein besonderes Dank und Lob möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich an unseren Bergführer Matthias aussprechen. Er hat die Gruppe äußerst souverän und ruhig geführt, uns an kritischen Stellen gesichert und trotz des durchgehend miserablen Wetters eine positive Grundatmosphäre verbreitet. Selten war eine Bergtour trotz großer Herausforderungen für mich so entspannt und angenehm wie dieses mal mit dem Gefühl einen guten Bergführer „im Rücken“ zu haben.

Fazit

Venter Runde 13Für mich war die Hochtourenwoche im Ötztal und insbesondere die Besteigung der Wildspitze mein bisheriges alpinistisches Highlight. Rückblickend ist es etwas schade, dass uns das Wetter so einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und wir einige Gipfel nicht erreichen konnten. Bei gutem Wetter wäre die Tour vermutlich noch um einiges schöner geworden. Aber auch widrige Bedingungen haben ihren Reiz und umso stolzer kann man sein, wenn man sich trotzdem durchgekämpft hat. Die Bergführer von Alpine Welten kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Wie schon beim Klettersteigkurs vor einigen Jahren war auch dieses mal mein Bergführer nicht nur äußerst kompetent sondern zudem sehr sympathisch. Mein nächstes größeres Ziel wird wohl die 4000er Tour im Wallis. Bleibt nur zu hoffen, dass der Winter schnell vorbei geht damit die nächste Hochtourensaison starten kann.

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