Home / Materialien / Polartec Power Shield Pro: Hoher Wetterschutz und exzellentes Körperklima

Polartec Power Shield Pro: Hoher Wetterschutz und exzellentes Körperklima

Power Shield Pro (8)Gute Softshell-Bekleidung ist für mich der wichtigste Bestandteil meiner Bergausrüstung. Klar: Eine zu 100% zuverlässige Hardshell ist ein absolutes Muss und gehört in jeden Rucksack. Den Großteil der Zeit trage ich jedoch Softshell-Bekleidung, da diese einfach ein besseres Körperklima gewährleistet. Die Wahl der richtigen Softshell ist dabei gar nicht so einfach. Im Laden malt man sich häufig aus, wie man sich mit einer Jacke durch schwerste Schneestürme kämpft. Daher legt man den Fokus schnell auf den maximalen Wetterschutz und tendiert zu 100% winddichten Jacken. So ging es mir jedenfalls beim Kauf meiner ersten Softshelljacke. Am Berg merkt man dann jedoch relativ schnell, dass die Extrembedingungen, die man sich im Laden vor dem inneren Auge ausgemalt hat, doch eher die Ausnahme sind und man den Fokus besser auf eine hohe Atmungsaktivität gelegt hätte. Eine hervorragende Verbindung von Wetterschutz und Atmungsaktivität hat Polartec mit seinem Softshellmaterial Power Shield Pro gefunden. Ich habe das Material unter anderem in meinem Winterurlaub in den Stubaier Alpen getestet und bin wirklich beeindruckt, welch gutes Körperklima das Material gewährleistet.

Die Dichotomie von Atmungsaktivität und Wetterschutz

Power Shield ProIm großen Wirwarr der unterschiedlichen  Softshellmaterialien und verheißungsvollen Werbeversprechen verliert man schnell den Überblick. Meine Erfahrungen haben mich dabei aber einesgelehrt: Atmungsaktivität und Wetterschutz widersprechen sich. Trotz aller technischer Innovationen und hochatmungsaktiver Membrane muss man in Kauf nehmen, dass großer Wetterschutz immer zulasten der Atmungsaktivität geht. Eine komplett winddichte Softshell ist zwar toll, wenn man in einem Sturm gerät. Aber zu 90% der Zeit wird man in der Jacke im Schweiß stehen, verzweifelt die Jackentaschen zur Ventilation öffnen und sich wünschen, eine andere Jacke gekauft zu haben. So ging es mir jedenfalls mit meiner ersten Softshell, die absolut winddicht war. Daher ist für mich mittlerweile klar, dass für mich das wichtigste an einer Softshell ist, dass sie mir bei dem 90%-Gros der Wetterbedingungen ein gutes Körperklima beschert. Für Weltuntergangswetter habe ich ja immer noch eine Hardshell im Rucksack.

Die Lösung von Polartec: Eine minimal luftdurchlässige Membran

Power Shield Pro_captions_DEUEine wirklich vielversprechende technische Lösung zur praxisgerechten Ausbalancierung von Atmungsaktivität und Wetterschutz hat Polartec bei seinem Softshellmaterial Power Shield Pro gefunden. Um einen guten Wetterschutz zu erreichen, verwendet Polartec ähnlich wie der Wettbewerber Gore bei seinem Windstopper-Material eine PU-Membran. Eine solche Membran hat jedoch immer den erheblichen Nachteil, nur sehr eingeschränkt atmungsaktiv zu sein. In Windstopper steht man nach meiner Erfahrung daher wirklich schnell im Schweiß. Um dies zu verhindern perforiert Polartec die Membran, was dazu führt, dass die Membran minimal luftdurchlässig wird. Da die Winddichtigkeit des Materials dennoch bei 95-99% liegt, führt dies in Sachen Wetterschutz kaum zu einer Verschlechterung. In Sachen Atmungsaktivität wird hierdurch jedoch eine gravierende Verbesserung gegenüber vollständig winddichten Membranen erreicht, da es zu einer leichten Luftzirkulation durch das Material kommt, so dass Feuchtigkeit schnell abtransportiert werden kann.

Power Shield Pro ist dabei der “große Bruder” der normalen Power Shield Variante, die etwas weniger Wetterschutz bietet als die Pro-Version, dafür aber noch atmungsaktiver ist. Die Haupteinsatzgebiete von Power Shield Pro sind daher der Wintereinsatz (Skitouren, Eisklettern, Skilaufen, Schneeschuhtouren, Winterwanderungen…) und Touren nach Skandinavien oder in andere kalte Gebiete. Für den Sommereinsatz eignet sich hingegen die herkömmliche Power Shield Variante besser.

Sehr gute Windresistenz

Dass die Membran einen sehr guten Wetterschutz ermöglicht, hat auch der praktische Test gezeigt. Die Windresistenz ist wirklich sehr, sehr gut. Man spürt auch bei starkem Wind kein durchziehen des Windes, so dass ich die Softshell trotz der 1-5%igen Winddurchlässigkeit guten Gewissens als winddicht bezeichnen kann. Selbst bei hohen Windgeschwindigkeiten und deutlichen Minusgraden in Höhen von über 3000m hatte ich in keiner Weise das Gefühl, dass die Jacke Wind durchlassen würde. Lediglich bei sturmartigem, eiskalten Wind hat man das Gefühl, dass etwas mehr Wärme verloren geht, als in vollständig winddichter Bekleidung. Nicht dass der Wind dann durch die Jacke ziehen würde, man merkt aber, dass es einen gewissen Luftaustausch durch die Membran gibt. Für solche Situationen hat man ja aber noch die Hardshell im Gepäck.

Überraschend hohe Wasserresistenz

Power Shield Pro (5)Was ich als einen der größten Vorteile von Power Shield Pro gegenüber anderen Softshellmaterialien bewerte, ist die große Wasserresistenz des Materials. So verfügt Power Shield Pro über eine Wassersäule von 5.000 mm. Selbst nach mehrmaligem Waschen beträgt die Wassersäule noch 3.000 mm.  Nach den geltenden Normen könnte man das Material daher sogar als wasserdicht bezeichnen, was den besonderen Anforderungen im Outdoorbereich jedoch wohl nicht gerecht werden würde. In der Praxis heißt das aber zumindest, dass Power Shield Pro mit den meisten Formen von Niederschlag problemlos klar kommt. Hinzu kommt, dass bei vielen Power Shield Pro Jacken die Nähte mit einem Ultraschallverfahren getaped werden (das habe ich bei Gore Windstopper noch nie gesehen) und somit auch durch diese typische Schwachstelle kein Wasser ins innere dringen kann.

Bei einer Tour im Umland von Hamburg bin ich mit der Jacke in typisch hanseatisches Schmuddelwetter gekommen. Der schon eher starke Regen hielt über eine Stunde an. Ich konnte an der der Jacke kein Durchdringen von Feuchtigkeit feststellen, was sicherlich auch an der exzellenten DWR-Imprägnierung lag. Schneefall beim Skilaufen hat die Jacke natürlich erst recht problemlos weggesteckt. Klar, man wird bei längeren Touren nicht darauf verzichten können, eine Hardshell mitzunehmen, aber es kommt meinen Tragegewohnheiten schon sehr entgegen, wenn ich die Hardshell nur anziehen muss, wenn das Wetter wirklich schlimm wird. Es gibt wirklich nichts nervigeres, als bei wechselhaftem Wetter ständig den Rucksack abnehmen zu müssen, um zwischen Hard- und Softshell zu wechseln… Power Shield Pro schließt im Prinzip die Lücke zwischen Hard- und Softshell und stellt hierdurch fast schon eine Klasse für sich dar.

Gutes Isolationsvermögen

Power Shield Pro (1)Polartec Power Shield Pro wird häufig in Kombination mit einem hochfloorigen Fleecefutter (bei Patagonia Regulator High-Loft Grid Fleece) auf der Innenseite verarbeitet. Dieses ergänzt das Material hervorragend und macht es zu der ultimativen Wintersoftshell. Das Fleecefutter ist extrem weich und äußerst angenehm zu tragen. Es saugt zudem die Feuchtigkeit regelrecht vom Körper weg und leitet sie zur Jackenaußenseite wieder. Das Grid Fleece meiner Testjacke hat mich absolut begeistert. Für Wintersoftshells gibt es nach meiner Meinung keine bessere Materiallösung.

Sehr gute Atmungsaktivität

Power Shield Pro (6)Softshells mit guter Wetterresistenz stellen wie eingangs erwähnt aber auch andere Hersteller her. Die Gretchenfrage war für mich daher, wie es um die Atmungsaktivität des Materials bestellt ist. Auch insofern war ich von Power Shield Pro sehr positiv überrascht. In dem Material herrscht stets ein deutlich ausgewogeneres Körperklima als ich es von meiner Gore Windstopper Softshell gewohnt bin. Selbst an sonnigen und wirklich warmen Skitagen hatte ich trotz starken Schwitzens nie das Gefühl eines Hitzestaus oder gar eines Kondensierens von Feuchtigkeit an der Jackeninnenseite. Die Feuchtigkeit wird offenbar durch die minimale Luftzirkulation gut nach außen weitergegeben. Selbstverständlich kommt Power Shield Pro von der Atmungsaktivität her nicht an das normale Power Shield oder vollkommen membranfreie Softshells heran, die ich für einen Einsatz bei Sommertouren vorziehen würde. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch eines Materials von Power Shield Pro, das ja grade ein Plus an Schutz bieten soll.

Robust und geschmeidig

Power Shield Pro (9)Zu erwähnen bleibt noch, dass das Material angenehm weich und dabei doch überraschend robust ist. Bei meiner Bergausrüstung ist es mir sehr wichtig, dass ich nicht das Gefühl haben muss, auf sie aufpassen zu müssen. Das ist bei Power Shield Pro auf jeden Fall gewährleistet. Zudem ist das Material sehr geschmeidig und raschelarm, so dass es einen deutlich höheren Tragekomfort erreicht als andere Shellmaterialien.  Ich hatte von der Gemütlichkeit her eher das Gefühl, ein weiches Midlayer zu tragen als eine robuste 3rd-Layer Jacke.

Produkte mit Power Shield Pro

Viele bekannte Outdoorhersteller haben Produkte aus Power Shield Pro im Angebot. Darunter Patagonia und Mountain Equipment. Ich habe das Northwall Set von Patagonia zum Testen gehabt und kann sie bedingungslos weiterempfehlen. Es handelt sich um sehr schön geschnittene Power Shield Pro-Beispiele mit getapten Nähten, die zudem über das wirklich tolle Grid Fleece-Futter verfügen.

Testfazit
Power Shield Pro (2)Power Shield Pro verbindet Atmungsaktivität und Wetterschutz in überzeugender Weise. Der technische Kniff, durch eine Mikroperforation der Membran eine minimale Luftdurchlässigkeit zu erreichen, hat im praktischen Test einen signifikanten Komfortgewinn offenbart. Das mehrfach prämierte Material erreicht so eine deutlich höhere Atmungsaktivität als die von Gore Windstopper. Grade für den fordernden Einsatz bei kalten Bedingungen kann ich Polartec Power Shield Pro daher sehr empfehlen.

 

Check Also

alpha

Polartec Alpha: Atmungsaktive Alternative zu Primaloft

Grade bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Polartec dabei ist, ein neues synthetisches Isolationsmaterial zu …

Leave a Reply